Ernährung

Schütze dein Herz – mit Gemüse

Der Verzehr von hauptsächlich pflanzlichen Lebensmitteln und weniger tierischen Produkten könnte mit einer besseren Herzgesundheit und einem geringeren Risiko, an einem Herzinfarkt, Schlaganfall oder anderen Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu sterben, korrelieren. Zu dieser Erkenntnis kam eine neue Studie, welche am 7. August im Journal of the American Heart Association veröffentlicht wurde.

Verzehr von vorwiegend pflanzlichen Lebensmitteln und einem kleineren Anteil tierischer Nahrungsmittel vermindert das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Mit Hilfe der Daten, welche zur Bestimmung des Atherosklerose-Risikos, in den Jahren 1987 bis 2016 erhoben wurden, konnten Forscher das Essverhalten von mehr als 12’000 amerikanischen Erwachsenen mittleren Alters analysieren. Sie fokussierten sich für ihre Erhebung auf das Verhältnis von pflanzlichen und tierischen Lebensmitteln der einzelnen Probanden. Personen, welche zu Beginn der Datenerhebung schon an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung (u.a. Infarkte, Herzoperationen, …) litten, wurden aus der Studie ausgeschlossen.

„Obwohl man nicht auf tierische Lebensmittel verzichten muss, deutet unsere Studie darauf hin, dass der Verzehr von vorwiegend pflanzlichen Lebensmitteln und einem kleineren Anteil tierischer Nahrungsmittel dazu beitragen kann, das Risiko eines Herzinfarkts, Schlaganfalls oder einer anderen Art von Herz-Kreislauf-Erkrankung, zu verringern“

Dr. Casey M. Rebholz, Assistenz Professorin an der Johns Hopkins Bloomberg School of Public Health in Baltimore, Maryland

Die Datenauswertung der Forscher zeigten, dass Menschen, welche sich vorwiegend von pflanzlichen Lebensmitteln ernähren;

  • ein 16% geringeres Risiko haben eine Herz-Kreislauf-Erkrankung wie Herzinfarkt, Schlaganfall, Herzinsuffizienz und andere Erkrankungen zu erleiden.
  • ein 32% geringeres Risiko haben, an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu sterben.
  • eine 25% geringere Sterblichkeitsrate haben, verglichen zu Menschen, welche geringste Mengen an pflanzlichen Lebensmitteln verzehrten.

„Unsere Ergebnisse unterstreichen, wie wichtig es ist, sich auf die Ernährung zu konzentrieren. Es mag einige Unterschiede in Bezug auf einzelne Lebensmittel geben, aber um das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu verringern, sollten die Menschen mehr Gemüse, Nüsse, Vollkornprodukte, Obst, Hülsenfrüchte und weniger tierische Lebensmittel zu sich nehmen.“, sagt Dr. Rebholz.

Die Datenauswertung ist eine reine Beobachtungsstudie

Diese Studie ist eine der ersten, welche den Anteil von pflanzlichen und tierischen Nahrungsmittel im Essverhalten der Allgemeinbevölkerung untersucht. Hierbei handelt es sich um eine reine Beobachtungsstudie, welche auch einer Kohortenstudie zugeordnet werden kann. Was eine Kohortenstudie ist, habe ich euch in diesem Blogpost näher erläutert.

Zukünftige Forschung an pflanzlichen Lebensmitteln sollen ebenfalls untersuchen, ob die Qualität pflanzlicher Lebensmittel – gesund versus weniger gesund bzw. unverarbeitet versus verarbeitet – ebenfalls Auswirkungen auf verschiedene Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Todesrisiken haben.

„Die American Heart Association empfiehlt, sich überwiegend von pflanzlichen Lebensmitteln zu ernähren, vorausgesetzt, die gewählten Nahrungsmittel sind reich an Nährstoffen und enthalten wenig zusätzlichen Zucker, Natrium (Salz), Cholesterin und gesättigte Fettsäuren und Transfette, welche zu Arterienverkalkung führen. […] Unverarbeitete Lebensmittel, wie frisches Obst, Gemüse und Getreide, sind da die bessere Wahl“

Dr. Mariell Jessup, Chief Science and Medical Officer der American Heart Association

Kein direkter Nachweis von Ursache und Wirkung

Somit besteht ein zweifelloser Zusammenhang zwischen dem Anteil von pflanzlichen Lebensmitteln in der Ernährung der Probanden und deren Herzgesundheit, jedoch kann anhand einer Beobachtungsstudie keine direkte Korrelation zwischen Ursache und Wirkung abgeleitet werden. Für komplexe Themen gibt es wie so oft keine einfachen Erklärungen.

Obwohl alle Versuchsteilnehmer so ausgesucht werden, dass sie sich möglichst in ihrem Alter, der Lebensweise und Ethnie ähneln, gibt es natürlich massive individuelle Unterschiede. Sind beispielsweise Menschen, welche sich von viel frischem Obst und Gemüse ernähren nicht per se gesundheitsbewusster? Eventuell treiben sie auch mehr Sport, was zweifellos auch dem Herzen zugute kommt. Die Frage ist nun, ob bevölkerungsbasierte Kohortenstudien dem komplexen Forschungsumfeld überhaupt noch gerecht werden können. Schliesslich werden nur einzelne Variablen eines fast schon unüberschaubaren, menschlichen Systems betrachtet. Trotzdem bieten solche Studien die Möglichkeit, das eigene Risiko besser zu beurteilen und auch potenzielle Verhaltensänderungen durchzuführen oder medizinische Präventivmassnahmen einzuleiten.

Sollte deine alltägliche Ernährung also schon überwiegend pflanzlich sein, good for you. Und falls nicht, vielleicht gibt dir diese Studie einen kleinen Schubs in die richtige Richtung. Denn Obst, Gemüse, Nüsse, Samen, Hülsenfrüchte, usw. sollte jeder in seinen Speiseplan integrieren. Deinem Herzen gut tun wird es allemal, sei es nun, weil Gemüse dein Herz schützt oder weil es einfach die gesünderen Entscheidungen sind, die du in deinem Leben triffst.

Quellenangaben:
Titelbild und Foto 1 von Unsplash (Robina Weermeijer)
Plant‐Based Diets Are Associated With a Lower Risk of Incident Cardiovascular Disease, Cardiovascular Disease Mortality, and All‐Cause Mortality in a General Population of Middle‐Aged Adults by Hyunju Kim et al.
sciencedaily.com: Eating more plant-based foods may be linked to better heart health
onlinejacc.org: Population-Based Cohort Studies: Still Relevant?

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